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 55  Der Wiblinger Motorwagen von 1911 in Ulm/Donau  Modellinfos  Bilder Wiblinger Motorwagen von 1911
Kartonmodell des Wiblinger Motorwagens von 1911
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M 1:45
und 1:160 (N)

129 Einzelteile | ED 15.10.26
neues Modell bisher ... Downloads

Schwierigkeit: Schwierigkeit (viele kleine Einzelteile)
Maße ca. 12 cm x  5 cm x 7  cm (l/b/h) 1:45-Modell
und 3 cm x 1,3 cm x 2cm (l/b/h) 1:160-Modell (N)
gemeinsamer Bogen, 3 Seiten DIN A4 empfohlen in 160 g/m²

Modellbogen3  MB

Anleitung

Hinweis
© Eine Weiterveröffentlichung meiner Modellbögen ist nicht zulässig ...
Infos zum Original und zum Modell:
Originalinfo
Der erste verbrennungsmotorbetriebene Omnibus der Welt wurde für 7 Fahrgäste von der Benz & Cie. des Automobilpioniers Carl Benz gebaut, war aber wegen technischer Schwierigkeiten nur etwa 1 Jahr in Betrieb.
Um den Ulmer Vorort Wiblingen besser an die Stadt Ulm anzubinden, gründeten Bürger und Geschäftsleute 1911 eine private Verkehrs-Genossenschaft. Der Ulmer Unternehmer Karl Kässbohrer beteiligte sich als Teilhaber und steuerte den ersten Omnibus im Wert von damals 18.000 Mark bei. Dieser Linienbus bot Platz für 18 Passagiere, die auf einer langen Längsholzbank saßen gilt als ein historischer Meilenstein und als der erste Omnibus von Kässbohrer.
Es gab zunächst noch keine festen Haltestellen und Fahrpläne. stattdessen hielt das Fahrzeug oft auf Zuruf oder an markanten Knotenpunkten.
Die Fahrstrecke befand sich in etwa auf der Route der heutige Busline 4 des ÖPNV Ulm / Neu-Ulm, aber über die Herdbrücke, weil es die Adenauer-Brücke damals noch nicht gab. Wo der Chauffeur damals für 30 Pfennig Fahrgäste einsammelte, befördern die Stadtwerke Ulm heute im dichten Minutentakt Tausende Pendler auf derselben Strecke. Ein gelernter Arbeiter oder Handwerker verdiente zu dieser Zeit im Schnitt etwa 35 bis 45 Pfennig pro Stunde.
Karl Kässbohrer stand 1911 vor enormen technischen Herausforderungen, da es zu dieser Zeit noch keine reinen Bus-Fahrgestelle gab. Um den vollbesetzten Linienbus sicher über die Donau und die Iller zu bringen, setzte er auf eine Kombination aus Schweizer Ingenieurskunst und eigenem Wagner-Handwerk. Da normale Pkw-Unterbauten für 18 Passagiere plus Chauffeur viel zu schwach gewesen wären, nutzte Kässbohrer ein robustes 3-Tonnen-Lkw-Fahrgestell der Schweizer Firma Saurer. Dieses war eigentlich für schwere Lasttransporte im alpinen Raum ausgelegt und brachte die nötige Rahmensteifigkeit mit, um die Schaukelbewegungen des hohen Aufbaus abzufangen.
Der verbaute Vierzylindermotor (Typ Saurer AMII) leistete für damalige Verhältnisse stattliche 30 PS aus über 5,3 Litern Hubraum.
Bei einer Vollbesetzung (18 sitzende und bis zu 10 stehende Fahrgäste) kam der Motor an seine Grenzen.
Die Brückenauffahrten zur Herdrücke und Illerbrücke mussten im niedrigsten Gang mit hoher Motordrehzahl und einer Kettenschaltung im Kriechtempo bewältigt werden. Höchstgeschwindigkeiten von maximal 25 bis 30 km/h waren nur auf ebener Strecke möglich.
Luftreifen, wie wir sie heute kennen, gab es für solche Lasten noch nicht. Das „Wiblinger Auto“ rollte auf starren Vollgummireifen. Jedes Schlagloch und jede Unebenheit der Brückenrampen wurden ungefedert an das Fahrgestell und die Holzkonstruktion weitergegeben. Eine Heizung hatte dieser Bus noch nicht. Trotz des harten Komforts überwog bei den Wiblingern der Stolz: Sie waren nicht mehr vom Wetter oder von Pferdefuhrwerken abhängig und erreichten die Stadt Ulm in der Rekordzeit von nur 30 Minuten. Bereits wenige Monate nach dem Start im Jahr 1911 investierte die Genossenschaft erneut. Karl Kässbohrer baute ein zweites, baugleiches Fahrzeug, um den Takt zu verdichten.
Angespornt durch das Projekt inserierte Karl Kässbohrer sein Unternehmen noch im selben Jahr selbstbewusst als „Erste Ulmer Karosseriefabrik“. Der Bau von Pferdekutschen rückte in den Hintergrund, der moderne Nutzfahrzeugbau war geboren. Kässbohrer meldete kurz darauf sogar ein Patent für kombinierte Omnibusaufbauten an.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zog das deutsche Militär sofort alle schweren motorisierten Nutzfahrzeuge für den Kriegsdienst ein. Auch die beiden Wiblinger Omnibusse auf ihren robusten Saurer-Lkw-Fahrgestellen wurden beschlagnahmt und an die Front geschickt. Die Fahrzeuge kehrten nie wieder nach Ulm zurück und die Wiblinger mussten jahrelang wieder auf Fußmärsche und Pferdefuhrwerke ausweichen.
Erst Jahrzehnte später (1951) entwickelte Kässbohrer den „Setra“ (den weltweit ersten Bus mit sebsttragender Karosserie), dessen Markenname bis heute weltbekannt ist.

Modellinfo
Dieses Modell wurde im Mßstab 1:45 und 1:160 (N) in einem gemeinsamen Bogen nach verfügbaren Bildern wie damals in etwa bestehend konstuiert und entspricht daher nur dem ungefähren historischen Zustand.

Informations-Links:
Weblink zu Wikipedia Karl Heinrich Kässbohrer
Weblink Omnibus-News das Wiblinger Auto
Weblink Setra-Bus: Lego-Unikat des Wiblinger Motorwagens

Bilder vom Kartonmodell: